Wir für Unz: Für Patrick Rexhausen ein Herzensprojekt

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Wenn Patrick Rexhausen (Bild oben) über Wir für Unz berichtet merkt man schnell: Das Webportal ist ein Herzensprojekt des Kochs aus Berlin. Worum aber geht es bei Wir für Unz eigentlich? Die Antwort ist zunächst einmal recht simpel. Es handelt sich um eine unabhängige, kostenlose Info-Plattform für alle ArbeitnehmerInnen, die Klarheit und Transparenz schaffen soll und das möglichst bis hin zum Schutz gegen Wettbewerbsverzerrung (z.B. durch Lohndumping) und gegen unverhältnismäßige Arbeitsbedingungen.

Wir für Unz möchte die Entscheidungsfähigkeit von ArbeitnehmerInnen stärken und aufzeigen, was den Arbeitnehmer mit Zukunft ausmacht. Im ersten Schritt konnte das Portal bereits den besten Privat- und Arbeitsrechtsschutz-Partner Deutschlands für sich gewinnen –  ohne Maklergebühren, dafür aber mit individuellen Leistungen für das Handwerk und den Dienstleistungssektor sowie einem 24h Beratungsnotdienst, kostenlosen Mediatoren und kostenfrei zur Verfügung stehenden Formularen.

Wir für Unz möchte verunsicherte ArbeitnehmerInnen informieren

Wir für Unz ist durch diesen Deal aber keine Versicherungs-Plattform. Vielmehr soll dies ein erster Baustein des Schutzes sein, den das Portal in Zukunft bieten möchte. Weitere Bausteine zu diesem Schutz sind laut Patrick Rexhausen bereits in Planung. Und durch die sich rasant verändernde Arbeitswelt der heutigen Zeit und die vielen dadurch verunsicherten ArbeitnehmerInnen ist die potentielle Zielgruppe von Wir für Unz nicht gerade klein.

Hinter dem Portal steckt hauptsächlich Patrick Rexhausen. Der Koch aus Berlin mit 23 Jahren Berufserfahrung in der Gastronomie und Hotellerie hat die jeweiligen Entwicklungs- / Aufstiegsstadien durchlebt und sich entschlossen, für seine Liebe, das Kochen für coole Menschen, einzustehen. Er möchte den Beruf und auch einige andere im Handwerk und im Dienstleistungsbereich zukunftsfähig und weiterhin liebenswert machen. Für ihn heißt das, dass man trotz der oft harten Arbeit auch Familie, Freizeit und ein solides Gehalt haben und vor allem auch im Beruf alt werden kann. Wir für Unz ist für Patrick Rexhausen also wirklich ein Herzensprojekt, das ausschließlich aus privaten Mitteln aufgebaut wurde.

Wir für Unz möchte nicht Revolution sein, sondern etwas bewegen

Wie kam es aber zur Idee und anschließend zur Gründung von Wir für Unz? Patrick Rexhausen berichtet dazu ein wenig aus seiner Lebensgeschichte: „Nachdem ich ein erfolgreiches Food- und Küchen-Konzept für meinen Arbeitgeber entwickelt hatte und 4 Jahre erfolgreich am Berliner Markt halten konnte, kam es zu einem Wechsel in der Hoteldirektion. Diese
Management-Veränderung ging, wie oft in meiner Laufbahn, einher mit eklatant anderen Vorstellungen von Lebensmittel-Qualität, Nachhaltigkeit und besonders auch der Personalplanung/-führung.“

Da er nicht bereit war, das Team und die kulinarische Linie unter den entstandenen Fesseln weiterzuführen, trennten sich die Wege zwangsläufig. Mit Hilfe eines guten Rechtsberaters konnte Patrick Rexhausen damals eine einvernehmliche Lösung erzielen, ohne in einen Rechtsstreit gehen zu müssen. „Belastet und enttäuscht hat diese Situation dennoch enorm – mich und meine Familie. Denn ich liebe meine Arbeit und eigentlich auch diesen Arbeitsplatz“, so Rexhausen weiter.

Während dieser Zeit wurde dem Wir für Unz-Gründer immer klarer, dass es in der heutigen Zeit eigentlich keine zeitgemäße, glaubwürdige Bewegung gibt, die sich für die ArbeitnehmerInnen stark macht, um Fairness in die moderne Arbeitswelt für Handwerker und Dienstleister zu transportieren. Wie den meisten bekannt sein dürfte, wird den Missständen in der Gastronomie (aber auch in der Pflege, bei ErzieherInnen und etlichen anderen, körperlich hart Arbeitenden) nicht wirksam entgegen getreten, sondern diese quasi stillschweigend hingenommen.

Bekannt sind diese Missstände nicht erst seit gestern, aber weder die Gewerkschaften noch die Politik haben es bisher geschafft, diese zu beheben oder neue Wege aufzuzeigen. Für Patrick Rexhausen sieht es sogar eher umgekehrt aus: „Die Bedingungen wurden politisch und ökonomisch als Basis akzeptiert und festgeschrieben. Von Arbeitsschutz und Zeiterfassung bis hin zu Arbeitsplatz-Standards.“

Genau mit diesem Aushalten der existierenden Situation wollte Patrick Rexhausen sich aber nicht abfinden und begann, nach einer Lösung zu suchen. Von vorn herein war klar, dass diese Lösung keine Revolution und kein Kampf der Arbeiterklasse sein sollte, sondern die Möglichkeit einer unabhängigen Informationsquelle über die sich schnell verändernde Arbeitswelt und über kluge Reaktions-Möglichkeiten.

Nicht nur Arbeitgeber sollten Zugriff auf professionelle Berater haben

Was Patrick Rexhausen auf dem Weg zu Wir für Unz besonders deutlich wurde: Viele ArbeitnehmerInnen haben niemanden an der Seite, der sie unabhängig beraten kann, denn Familie und Freunde sind zwar ein Rückhalt, aber letztlich immer auch emotional involviert und dabei selbst eher unsicher, was in einer bestimmten Situation zu tun ist. Am erschreckendsten war aber die Erkenntnis: im Ernstfall sind ArbeitnehmerInnen für professionelle Berater oder Fachanwälte überhaupt nicht interessant.

Dieser Sachverhalt ist zunächst einmal schwer zu verstehen, wird aber klarer, wenn man die Rahmenbedingungen betrachtet: „Fakt ist, dass die Fälle zu aufwendig sind und die Anwälte
ihre Kosten nicht gedeckt bekommen. Die Fälle sind undankbar und einfach nicht interessant.“

Patrick Rexhausen fing daher an, mit den Beteiligten zu verhandeln und sich im Zusammenschluss als Crew der ArbeiterInnen für deren Rechte stark und vor allem auch interessant zu machen. So entstand Wir für Unz, nicht als Gewerkschaft, Partei oder Verein, sondern als „Crew“ die Ziele für jeden selbst hat und so Teil einer Wertschöpfungskette geworden ist. Gleichzeitig ist man zusammen stark für das Handwerk und den Dienstleistungssektor und kann in Zukunft hoffentlich noch einiges bewegen.

Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Webseite unter http://wir-fuer-unz.de/.

Quelle: Patrick Rexhausen

Artikelbild erhalten von Patrick Rexhausen

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