Wie gefährlich sind unsere Lebensmittel?

Eier - Fipronil

Zuletzt war vor allem die Autoindustrie in den Nachrichten, wenn es um Skandale ging. Doch nun hat es auch mal wieder die Lebensmittelindustrie erwischt. Der Fund von Fipronil in niederländischen Eiern zieht inzwischen weite Kreise. Nach dem Verkaufsstopp für die Eier selbst, hat nun laut der Zeit auch der erste Hersteller Produkte aus dem Verkauf genommen. Die Firma MAYO Feinkost ruft demnach vorsichtshalber die Produkte „Oma’s Pellkartoffelsalat“, „Eiersalat klassisch“, „Porreesalat Toscana“, „Hofgut Thunfischsalat“, „Hofgut Eiersalat“ und „Gosch Sonntagsfrühstück“ zurück. Es werden wahrscheinlich noch etliche Produkte folgen.

Lebensmittel – Es geht scheinbar nur noch ums Geschäft

Auslöser des Skandals war laut Presseberichten eine Reinigungsfirma, die das Fipronil einem Reinigungsmittel beigemischt hatte und damit diverse Ställe von Legebetrieben verseuchte. Blickt man nun auch auf die Testergebnisse, die das Magazin ÖKO-Test regelmäßig veröffentlicht, kommt man schnell auf eine Frage: Wie sicher sind unsere Lebensmittel eigentlich noch?

Sehr oft wurden in letzter Zeit Mineralölrückstände in Lebensmitteln wie zum Beispiel Schokolade nachgewiesen. Und das obwohl es nachweislich auch anders geht. Sowohl hier, als auch beim jüngsten Fipronil-Skandal stellt sich die Frage nach dem Warum? Ein Faktor dürfte eigentlich immer der Kostendruck sein. Lebensmittel müssen heute so billig wie möglich produziert werden, weshalb bei der Vermeidung von Mineralölrückständen wahrscheinlich gerne gespart wird. Da die Rückstände derzeit von den offiziellen Stellen obendrein oft als nicht gefährlich eingestuft werden, wundert es kaum, dass die Hersteller sich auch nicht großartig daran stören.

Gibt es wirklich keine Gesundheitsrisiken?

Auch bei den mit Fipronil belasteten Eiern ist man bemüht, den Verbrauchern zu versichern, dass kein Gesundheitsrisiko besteht. Auch wenn das Gift natürlich nichts in Lebensmitteln zu suchen hat. Man kann sich natürlich auf diese Aussagen verlassen. Gleichzeitig muss man sich aber fragen: Gibt es wirklich kein Gesundheitsrisiko oder soll hier nur Panik vermieden werden?

Wir von restaurant-reporter.de fragen uns obendrein aber vor allem: Wie muss ein Mensch ticken, der im Lebensmittel-Bereich tätig ist und höchstwahrscheinlich wissentlich hinnimmt, dass seine Produkte oder solche die von seiner Dienstleistung betroffen sind, mit giftigen Rückständen verseucht werden? Wir finden ganz eindeutig, dass weder Mineralölrückstände, noch Pflanzengifte oder sonst irgendein Stoff etwas in Lebensmitteln zu suchen hat!

Auch die Gesellschaft muss sich ändern

Natürlich muss man sich als Verbraucher aber auch an die eigene Nase fassen. Denn auch wir steuern den Markt. Dass 400g Fleisch für weniger als 4 Euro nicht gut sein können, sollte eigentlich jedem Klar sein, der einmal genauer darüber nachdenkt. Und auch bei anderen Produkten ist der Preis derart verfallen, dass einem schon von vorn herein klar sein müsste, dass das ohne Tricksereien kaum noch möglich sein dürfte.

Trotzdem versucht man natürlich möglichst billig zu kaufen. Jeder spart schließlich gerne. Durch dieses Verhalten steigt gleichzeitig aber auch der Druck auf die Hersteller, ihre Kosten zu senken. Ein Teufelskreis, der noch durch die Tatsache angetrieben wird, dass heutzutage auch die Löhne immer weiter sinken bzw. viele Menschen überhaupt keine Arbeit haben.

Es ist also die (nennen wir sie einmal) Lebensmittelmafia auf der einen Seite, aber gleichzeitig auch die Gesellschaft, die sich ändern muss, wenn wir zukünftig wieder absolut sicher sein wollen, dass unsere Lebensmittel auch als solche geeignet sind.

Artikelbild unter CC-Lizenz von acht&siebzig

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