Trinkgeld: Wann? Warum? Wieviel?

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Wer kennt das nicht? Man sitzt im Restaurant und die Rechnung naht. Unweigerlich stellt sich die Frage nach dem angemessenen Trinkgeld und je nach Zufriedenheit auch die Frage: Muss ich überhaupt Trinkgeld bezahlen?

Trinkgeld: Was ist angemessen, was überzogen?

Laut einem Artikel auf jetzt.sueddeutsche.de gilt grundsätzlich: Wenn man mit dem Service besonders zufrieden war, sollte man auch Trinkgeld geben. Dies gilt laut dem Artikel vor allem auch dann, wenn man davon ausgehen kann, dass der- oder diejenige, die den Service geleistet hat, nicht herausragend verdient.

Aber wieviel Trinkgeld ist nun angemessen und was wirkt vielleicht überheblich? Zu dieser Frage liefert die KNIGGE Trainerin Luise Lebeda in einem Interview auf mittelhessen.de eine klare Aussage. In Deutschland hat sich mit der Einführung des Euro die 5 bis 10 Prozent-Regel etabliert. Lebeda im Interview weiter: „Zu D-Mark-Zeiten haben die Leute noch aufgerundet. Das machen manche noch heute, aber viele haben auch eine gewisse Scheu, dass es zu wenig sei. Eins ist aber wichtig beim Trinkgeld: Es muss immer vorausgesetzt sein, dass der Kunde zufrieden war. Wenn das nicht so ist, sollte man auch kein Trinkgeld geben und es der Servicekraft mitteilen.“

Schlechten Service offen bemängeln

Man sollte Trinkgeld also nur weglassen, wenn man objektive Gründe dafür hat, den Service schlecht zu finden. Diese Gründe sollte man dann aber auch offen bemängeln und nicht nur durch das Weglassen von Trinkgeld ausdrücken, dass es einem nicht gefallen hat.

Diese Aussage unterstützt auch der Artikel auf jetzt.sueddeutsche.de in dem außerdem darauf hingewiesen wird, dass nicht nur Kellner ein Trinkgeld verdienen. Auch zum Beispiel Zimmermädchen, Putzfrauen oder der Postbote freuen sich sicherlich über ein Zeichen der Anerkennung. Dies bestätigt auch Luise Lebeda. Im Interview mit mittelhessen.de sagt sie: „Trinkgeld ist bei uns eine rein freiwillige Angelegenheit. Das Gehalt der Bedienung ist normalerweise schon im Rechnungsbetrag enthalten. Mit dem Trinkgeld bedankt man sich noch einmal, wenn man besonders zufrieden war. Zum Beispiel auch beim Postboten, der immer freundlich ist und einem das Paket vor die Tür trägt. Da muss Trinkgeld nicht jeden Tag sein, aber manchmal, zum Beispiel an Weihnachten, ist es durchaus angebracht.“

Erster Welttrinkgeldtag will Menschen motivieren

Mit dem Thema Trinkgeld beschäftigt sich auch der Verein MenscHHamburg e.V., der am 21.05.2015 den ersten Welttrinkgeldtag veranstaltet. Laut der offiziellen Webseite will man mit der Aktion Kunden dazu animieren, dauerhaft und gerne Trinkgeld zu geben.

Zum Ablauf des Welttrinkgeldtages heißt es auf welttrinkgeldtag.de: „An diesem Tag sind alle Besucher der teilnehmenden gastronomischen Betriebe dazu aufgerufen, mehr Trinkgeld zu geben. Der Gesamtwert, der an diesem Tag zusammenkommt, wird an MenscHHamburg e.V. gespendet. Es wird eine voll absetzbare Spendenbescheinigung ausgestellt. Die Angestellten dürfen ihr Trinkgeld selbstverständlich behalten.“

Eine durchaus interessante Aktion, bei der sich mir allerdings die Frage stellt, ob sie sich wirklich nur um Trinkgeld dreht oder letztlich doch eher auch eine geschickte Marketingaktion ist. So ist laut der ofiziellen Webseite zum Beispiel die BamS Hamburg als Medienpartner mit dabei, die unter anderem alle teilnehmenden Gastronomiebetriebe vorstellt. So heißt es unter dem Menüpunkt „Zusammengefasst“ dann auch unter Punkt 5: „Durch die Medienkooperation wird der gastronomische Betrieb prominent platziert.“

Letztendlich wird also wohl jeder etwas vom ersten Welttrinkgeldtag haben. Die Veranstalter eine wahrscheinlich nicht unbeträchtliche Spendensumme für ihren Verein, die Angestellten der teilnehmenden Betriebe ein besseres Trinkgeld, die Betriebe selbst einen ordentlichen Marketingschub und die Gäste das angenehme Gefühl, für eine gute Sache gespendet zu haben.

Quellen: jetzt.sueddeutsche.de, mittelhessen.de und welttrinkgeldtag.de

Artikelbild unter CC-Lizenz von Till Westermayer

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