Street Food – Zweiteilige Dokumentation im ZDF

Street Food - Wok auf Bangkoks Nachtmarkt

Foto: ZDF/Daniel Raquet

Street Food ist Essen von unten, ist näher an den Menschen, authentischer. Und umgekehrt: Kein Essen erzählt mehr von den Menschen eines Ortes, von ihren Vorlieben, ihren Schrulligkeiten. Street-Food-Orte sind wie Speisekammern mit mobilen Küchen. Kochstellen, an denen neben den besten Fleischspießen, Burritos, Nudelsuppen und Ceviches auch die tollsten Geschichten lagern. Street Food zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kulturen sind.

Normen Odenthal und Thomas Reichart erkunden für das ZDF unterschiedliches Street Food und die Menschen, die es zubereiten. Ein Streifzug durch Asien und den amerikanischen Kontinent, der aus dem Bauch heraus beginnt und spannende, unerwartete Erkenntnisse über Leute, Land, Politik und Kultur nebenbei erzählt. Die Filmautoren sind dafür in China, Japan, Thailand und Vietnam ebenso unterwegs wie in den USA, in Mexiko, Kolumbien, Peru und Argentinien.

Street Food – Spieße, Skorpione und eine deftige Suppe

Es gibt nichts, was es nicht gibt – das erfährt Normen Odenthal in Thailands Hauptstadt Bangkok. Westliche Touristen staunen über die Vielfalt der Straßen-Küche. Die Mutigen unter ihnen probieren Frösche, Skorpione, Insekten. Street Food ist für die Köche auch ein Weg aus dem Elend. Saiyuud Diwong, genannt Poo, hat es geschafft: Sie ist im größten Slum Bangkoks aufgewachsen, hat sich dort – wie so viele andere – als Straßenköchin durchgeschlagen. Inzwischen hat sie mit Promi-Köchen wie Jamie Oliver am Herd gestanden und ein Buch herausgegeben. Sie betreibt eine kleine Kochschule.

Existenzieller, rauer, männlicher geht es auf einem Basar in Chinas wildem Westen, in Xinjiang zu. Straßenkoch Alimu kämpft an seinem Stand mit dem Holzfeuer und einem alten Ventilator, auf dem er mit frischem Lammfleisch Kebab brutzeln will, der so anders schmeckt als in Europa. An den alten Oasenorten der Seidenstraße braucht ein guter Kebab vor allem: Feuer und Fleisch. Thomas Reichart beißt beherzt zu beim Essen wie zu Karawanenzeiten.

Der Filmautor findet extreme Gegensätze des Street Food weit im Süden Chinas, in der Weltwirtschaftsmetropole Shanghai. An seinem Stand verkauft Xu Junwen jede Nacht Youtiao, Shanghais Kult-Imbiss. Youtiao sind goldgelb ausgebackene Teigstangen. In der Menschenschlange, die sich dort bildet, treffen sich die Armen und die Reichen, die Gesunden und die Kranken. So wird das Straßengericht Youtiao zu einer Art warmen Decke, in die sich jeder gern hüllt in dieser rasanten Stadt, in der genug nie genug ist.

Burger, Burritos und ein dicker Braten

Street Food - Eggs á la Benedict

Foto: ZDF/Bert Schönborn

Der zweite Teil führt die ZDF – Korrespondenten Normen Odenthal und Thomas Reichart einmal längs des amerikanischen Kontinents von USA über Mexiko, Kolumbien, Peru nach Argentinien. Die Reise zeigt die große Bandbreite des Street Food und startet an dessen Hotspot in Portland, Oregon.

Nirgendwo versuchen mehr Menschen ihr Glück im Gastro-Business zu machen als in Portland. An jeder Ecke der Stadt findet man „Food-Carts“, die wie kleine Wohnwagen aussehen und in denen gebrutzelt, gebacken, gebraten wird – und zwar weit mehr als nur Burger. Es ist ein Weg, sich den eigenen „American Dream“ zu verwirklichen, ein Test, um später vielleicht ein Restaurant zu gründen. Mit Leidenschaft zeigen viele Köche dort kulinarischen Pioniergeist.

Street Food an allen Ecken und zu jeder Tageszeit gibt es auch in Mexiko. Denn eigentlich essen Mexikaner immer. Dort heißen die Straßenstände „Puesto“. Noch wichtiger als Essen ist Mexikanern höchstens die Familie. Und wahrscheinlich hat Viktor Navarrete, der gemütliche, runde Taco-Brater, deshalb immer ein Lächeln im Gesicht. Er hat beides um sich: Essen und Familie. Sie helfen alle mit an seinem Stand, wo es – da lässt er keine Diskussionen zu – die besten Tacos von Mexiko-Stadt gibt. Mit hauchdünnem Rindfleisch und der berühmten Salsa von seiner Frau – Geheimrezept natürlich, aber so gut, dass die Schlange mittags bis hinter die Straßenecke reicht.

Street Food von Portland bis Cartagena

Was für eine Bilderbuchkulisse! Cartagena in Kolumbien ist eine Schönheit. Jedes Jahr kommen mehr Touristen, die Zeiten ändern sich, die Menschen suchen sich ihren neuen Platz. Wie lange können die letzten Fischer am Strand noch so weitermachen? Die Arbeit ist hart, aber etwas anderes haben die Männer nie gelernt. Die Pelikane sammeln sich um sie herum, bequemer kommen sie nicht an den leckeren Fisch. Auf dem Markt wird der Fisch gegrillt – schnell und einfach. Anderswo vielleicht eine Delikatesse, dort ein tägliches Essen der einfachen Leute.

Manuela und Juliana setzen ganz auf die Touristen. In ihren bunten Kleidern stehen sie auf den Plätzen der Stadt, bieten frisches Obst und selbstgebackene Süßigkeiten an. Mehr Geld verdienen sie allerdings inzwischen als exotisches Fotomotiv für Touristen. Doch die Exotik hat Grenzen. Die Tradition, die sie verkörpern, ist die Erinnerung an die Sklavenzeit. Palenque, der kleine Ort nahe Cartagena, gilt als erster Ort Südamerikas, an dem die Sklaverei ein Ende nahm.

Zu sehen sind die beiden Sendungen am 04. und 05.01.2017 jeweils um 22:15 Uhr im ZDF.

Quelle: Pressematerial des ZDF zur Sendung

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