Restaurant Startup: Erste Folge macht Appetit auf mehr

artikelbild_restaurant_startup_folge_1

Bereits Ende März berichteten wir über Restaurant Startup, eine neue Sendung auf kabel eins. Am 31.03.2015 war es dann so weit. Die erste Folge der neuen Serie rund um Geschäftsideen aus dem Restaurantbereich startete um 20:15 Uhr und auch wir haben uns die neue Sendung natürlich angesehen. Unser Fazit: Restaurant Startup macht Appetit auf mehr!

Erste Folge von Restaurant Startup macht Appetit auf mehr

Als ich gestern ins Fernsehprogramm geschaut habe, musste ich allerdings erst einmal schlucken. Ganze zwei Stunden für eine Investoren-Sendung rund um Restaurant Startups? Ich fragte mich spontan, ob das nicht ein wenig lang sein könnte, aber ich beschloss, mich überraschen zu lassen.

Die Sendung begann also und nach einer Vorstellung der Investoren Carsten Gerlach und Thorsten Petersen ging es dann auch direkt in die Casting Phase. Bei der ersten Folge von Restaurant Startup drehte sich dabei alles um Burger. Vier Teams wollten die Investoren davon überzeugen, dass ihr Konzept eine Investition wert ist. Neben dem Team von Fish Art, deren Konzept den Investoren noch zu konfus war und Goldburger, die zwar mit ihrem Produkt (Burger mit Fleisch von stressfrei geschlachteten Rindern), aber nicht mit dem wirtschaftlichen Konzept überzeugen konnten, schafften es zwei Teams, die Investoren zu überzeugen.

Vincent Vegan – Delicious Vegan Fast Food:

Das Team um Inhaber Christian Kuper kommt aus Hamburg und wollte die Investoren mit veganen Burgern überzeugen. Derzeit betreibt das Team einen Foodtruck, will das Geschäft, möglichst mit der Investition aus Restaurant Startup, aber weiter ausbauen. Unter anderem wird erwähnt, dass Vincent Vegan bereits einen Exklusivvertrag mit dem FC St. Pauli geschlossen hat.

Thorsten Petersen erkennt im Logo des Unternehmens sehr richtig einen Bezug zu Pulp Fiction (das Unternehmen ist benannt nach der Filmfigur Vincent Vega), findet die Testburger richtig gut und die Idee toll. Er sagt in der Sendung: „Die Produkte sind der Burner“. Auch Carsten Gerlach findet das Konzept von Vincent Vegan zukunftsfähig, will sich aber nicht an Foodtrucks beteiligen, sondern sieht größere Chancen im Restaurant-Bereich. Klar wird aber, dass das Team voll und ganz hinter seiner Idee steht und dieses auch lebt, was besonders Thorsten Petersen wichtig findet und so zieht das Team in die nächste Runde ein.

The Big Balmy:

Das ebenfalls aus Hamburg stammende Team betreibt derzeit zwei Foodtrucks und wollte die Investoren mit seinem Edelburger-Konzept überzeugen. Die beiden Betreiber waren ursprünglich als Banker und Unternehmensberater unterwegs und wollen zukünftig ein eigenes Restaurant eröffenen und weg von den Foodtrucks. Carsten Gerlach hakt hier nach, warum die Kandidaten denn von den Foodtrucks weg möchten, da sie bereits sehr gute Umsätze mit diesen erzielen (an dieser Stelle sei die Frage erlaubt, warum sich Gerlach bei Vincent Vegan deutlich gegen Foodtrucks ausgesprochen hatte und diese bei The Big Balmy plötzlich toll findet).

Für die Burger werden ausschließlich nach eigenen Rezepten kreierte Komponenten verwendet, wie z.B. die Special Balmy Sauce. Die Produkte, wie der Trüffelburger mit Trüffel, Parmesan-Creme und Wachtel-Ei, zielen dabei bewusst auf das gehobene Segment.

Die Investoren tun sich zuerst sowohl mit dem Namen, als auch mit dem Logo schwer, das Thorsten Petersen weniger an Burger, als an einen Groschenroman erinnert. Allerdings überzeugt das Balmy-Team mit seinem Konzept, den Produkten und den wirtschaftlichen Zahlen und zieht so in die nächste Runde ein.

Nach dieser Casting-Phase, in der die Zuschauer die einzelnen Teams kennenlernen und die sich hauptsächlich um die nackten Zahlen dreht, ging es dann richtig los. Die zwei ausgewählten Teams mussten in 48 Stunden ein Popup-Restaurant aufbauen und eröffnen. Nicht nur die Kandidaten fragten sich, ob so etwas in einer so kurzen Zeitspanne überhaupt möglich sei. Positiv finde ich allerdings, dass die Teilnehmer hier nicht völlig alleine gelassen werden. Sie erhalten Unterstützung von Profis wie einem Gastro-Coach, einem Innenarchitekten und einer Grafikerin.

Zuschauer erhalten Einblicke in das Leben hinter der Gastronomie-Fassade

Schön ist in dieser Phase der Sendung auch, dass der Zuschauer Einblicke in die Abläufe, wie z.B. das Logo-Design und die Inneneinrichtung bekommt. Aufgezeigt wird auch, was die einzelnen Punkte kosten und wie viel vom vorgegebenen Budget von 7500 Euro die Teams bereits verbraucht haben. Zusätzlich werden auch Einblendungen gemacht, die Fachbegriffe aus den gezeigten Gesprächen erklären (z.B. Bildmarke = Unternehmenslogo) und die Zuschauer bekommen durch den Gastro-Coach auch Einblicke in Richtzahlen der Gastronomie, die bei der Planung eines Restaurants berücksichtigt werden sollten.

Der interessanteste Teil der Sendung ist dann natürlich das eigentliche Eröffnen der Restaurants. Die Kandidaten schwitzen in der Küche und es geht richtig zur Sache, während die Investoren das Treiben und die kleinen Pannen, die unterwegs passieren, beobachten und kommentieren.

Vincent Vegan der logische Sieger

Diese Pannen häuften sich bei The Big Balmy ein wenig und auch die Gäste-Resonanz war bei Vincent Vegan deutlich besser und so erhielten die Veganer am Ende konsequenterweise das Angebot der Investoren.

Waren diese bis dahin durchaus freundlich und konstruktiv, wurde spätestens jetzt klar, dass Carsten Gerlach und Thorsten Petersen vor allem eins sind: knallharte Geschäftsleute.

Während Petersen sich nicht in der Lage sah, ein rein veganes Konzept zu unterstützen, machte Gerlach ein Angebot, dass in meinen Augen zeigt, wie viel Potential er in Vincent Vegan sieht. Er bot dem Team 150.000 Euro Kapital an, wollte dafür aber 51% des Unternehmens und damit die Mehrheit haben. Dass Christian Kuper dazu nicht bereit war und das Angebot am Ende der Sendung daher ablehnte, ist eigentlich leicht nachzuvollziehen.

Unnötiger Cliff-Hanger als Zuschauer-Fang am Ende

Vollkommen unnötig war allerdings der versuchte Zuschauer-Fang zum Ende von Restaurant Startup. Hier wurde darüber berichtet, dass das abgelehnte Angebot noch nicht das Ende gewesen sei und Carsten Gerlach und Christian Kuper sich einen Monat später erneut getroffen hätten. Wie diese Gespräche ausgegangen sind, erfuhren die Zuschauer allerdings erst im folgenden K1-Magazin. Natürlich versucht kabel eins so Zuschauer zu binden, ein solches Vorgehen ist in meinen Augen allerdings vollkommen unnötig.

Zusammenfassend kann ich trotzdem nur sagen: Die erste Folge von Restaurant Startup hat definitiv Appetit auf mehr gemacht und ich werde wohl auch nächsten Dienstag wieder einschalten, wenn es um das Thema „Asia“ geht. Meine anfänglichen Bedenken, dass die Sendung mit zwei Stunden zu lang sein könnte haben sich komplett zerschlagen. Restaurant Startup war kurzweilig, bot interessante Einblicke in die Welt der Gastronomie und stellte vier sehr interessante Gastronomie-Konzepte vor, die interessanterweise alle aus dem Foodtruck-Bereich kamen.

Mit dem amerikanischen Trend, der auch in Deutschland immer beliebter wird, haben wir uns in einem Artikel vom letzten Mittwoch (01.04.2015) ebenfalls auseinandergesetzt.

Weitere Informationen zu Restaurant Startup, sowie ganze Folgen und Hintergrundvideos findet man auf der offiziellen Webseite zur Sendung unter www.kabeleins.de/tv/restaurant-startup.

Artikelbild unter CC-Lizenz von Jonathan Lin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.