Obstsalat to go: Gesund oder Keimschleuder?

Obstsalat to go - Öko-Test prüft die Qualität

So genanntes Convenience Food ist heutzutage immer beliebter. Dazu gehören auch fertige Obstsalate, die man immer häufiger in Supermärkten findet. Grund genug für Öko-Test, den vermeintlich praktischen und gesunden Vitaminbomben auf den Zahn zu fühlen. Ist Obstsalat to go wirklich gesund oder doch nur eine ungesunde Keimschleuder?

Öko-Test überprüft 12 Obstsalate zum Mitnehmen

In der März-Ausgabe von Öko-Test wurde schließlich das Testergebnis veröffentlicht, dass zu einem durchwachsenen Urteil kommt. Nur zwei der getesteten Produkte erreichten laut dem Testbericht das Gesamturteil „sehr gut“. Festzuhalten ist laut Öko-Test zunächst, dass fertige Obstsalate nie so frisch sein können, wie selbst gemachte. Im Testbericht heißt es dazu: „Mit dem Schälen und Schnippeln beginnt die Verkeimung und quasi ein Wettlauf mit der Zeit. Während aller Verarbeitungsschritte können unerwünschte Keime ins Obst gelangen: beim Anbau, Waschen, Schälen, Schneiden und Verpacken. Die Hersteller garantieren oft vier Tage Haltbarkeit, während der sich die Keime vermehren, insbesondere wenn die Salate nicht durchgehend gut genug gekühlt werden. Und wenn ein Salat vier Tage lang stand, kann er nicht mehr so frisch sein wie ein selbst gemachter.“

Selbst gemacht ist Obstsalat gesünder und billiger

Nach der Frische stellt Öko-Test im Bericht zum Obstsalat zum Mitnehmen auch die Frage danach, wie gesund dieser im Vergleich zum selbst gemachten Obstsalat ist und welche Variante die billigere ist. Die Antworten sind teils zu erwarten und teils überraschend. Genauso wie die Frage nach der Frische ist auch leicht zu beantworten, welche Option die gesündere ist. Im Testbericht heißt es dazu: „Je frischer, desto vitaminhaltiger heißt die einfache Faustregel. Denn Obst verliert Vitamine, wenn es älter und aufgeschnitten gelagert wird.“ Die fertigen Obstsalate können also gar nicht genau so gesund sein, wie ein frisch zubereiteter von zu Hause. „Durch das Aufschneiden ist das Obstinnere nicht mehr vor Luft und Licht geschützt“, erklärt die Ökotrophologin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im Testbericht. „Unsachgemäß gelagert kann der Gehalt von Vitamin C zu fast 100 Prozent verloren gehen.“

Gleichzeitig ist der Obstsalat to go auch noch deutlich teurer, als der selbst gemachte. Öko-Test schreibt dazu: „Eine Honigmelone, zwei Bananen, einen Apfel und 400 Gramm rote Trauben, alles aus konventionellem Anbau – macht an der Kasse 4,75 Euro. In Obstsalat umgerechnet (mit einer halben Melone, die Mischung soll ja auch stimmen) ergibt das 1.242 Gramm. Selbst wenn wir den ganzen Preis für die Melone mit einberechnen, kommen wir für eine 250-Gramm-Portion auf gerade einmal 96 Cent. Einer der fertigen Becher kostet in der Regel doppelt oder dreimal so viel. Für das Geld kann man sich also locker auch Obst aus ökologischem Anbau leisten.“

Öko-Test kommt zu gemischtem Testergebnis

Kaum verwunderlich sind nach diesen Aussagen auch die Testergebnisse. Laut Öko-Test sind zwar immerhin 7 der getesteten Produkte empfehlenswert, allerdings überschritt laut dem Testbericht nur ein Obstsalat in keiner der drei getesteten Chargen einen der Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Öko-Test schreibt dazu weiter: „Alle anderen überschreiten in einer oder mehreren Chargen einen oder mehrere dieser Richtwerte, die es unter anderem für Hefen, Schimmelpilze und Enterobakterien gibt.“ Positiv festzuhalten ist dagegen aber, dass das beauftragte Labor wenigstens keine Keime wie E.coli, Listerien oder Salmonellen in den getesteten Produkten gefunden hat.

Erschreckend ist jedoch, dass laut Öko-Test zwei der getesteten Produkte eine so schlechte Qualität hatten, dass die Sensoriker sie nicht einmal mehr probieren wollten. Im Testbericht heißt es dazu: „Wenn es eine Höchststrafe in Sachen sensorischer Bewertung gibt, ist es wohl diese. Denn diese Entscheidung treffen die geschulten Sensoriker nur, wenn Geruch oder Aussehen bereits klar zu erkennen geben, dass das Produkt verdorben ist.“

Alle Details zu den Testergebnissen und den ausführlichen Testbericht gibt es auf der offiziellen Webseite von Öko-Test. Aus unserer Sicht interessant sind dort nicht nur die hier bereits zusammengefassten Ergebnisse, sondern auch die Reaktionen der Hersteller, die laut Öko-Test von Verkaufsstopp und Überprüfung bis hin zu Androhung einer Unterlassungsklage reichten.

Quelle: Testbericht von Öko-Test

Artikelbild unter CC-Lizenz von Fruitnet.com

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