Lebensmittelabfall reduzieren – So können Restaurantgäste dabei helfen

Lebensmittelabfall

Rund ein Drittel der in Restaurants, in Kantinen und beim Eventcatering produzierten Lebensmittel werden vorzeitig weggeworfen. Das ergibt jedes Jahr etwa 1,9 Millionen Tonnen, und damit 17 Prozent Anteil am Lebensmittelabfall bundesweit. Ein Teil der Lebensmittel wird nicht aufgegessen, ein anderer Teil bleibt auf Buffettischen, in der Essensausgabe oder im Lager liegen. Restaurant- und Hotelgäste können helfen, diese Abfälle zu verringern. Darüber informiert die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Anlass ist die Europäische Woche der Abfallvermeidung vom 18. bis 26. Novem-ber unter dem Jahresmottos „Gib Dingen ein zweites Leben“.

Was übrig bleibt, kommt in die Beste-Reste-Box

Wer kennt das nicht? Das Essen im Restaurant schmeckt wunderbar und doch ist man nach einer halben Portion eigentlich schon satt. Schade, wenn die Reste jetzt in die Tonne wandern würden. Dabei wäre es einfach, die Reste mitzunehmen statt wegzuwerfen – für den zweiten Hunger zu Hause. Rund 45 Prozent der Deutschen nehmen jedoch nur selten oder nie übrig gebliebene Speisen mit. Rund 52 Prozent der Deutschen tun dies zumindest manchmal, ein Viertel der Deutschen sogar immer. Das ergab eine Umfrage im Rahmen der Initiative Zu gut für die Tonne!. Damit das Einpacken nicht verzehrter Speisen selbstverständlich wird, gibt es nachhaltige Beste-Reste-Boxen der Aktion Restlos genießen. Zahlreiche Restaurants bundesweit haben sie bereits im Angebot. Restaurants, die die Beste-Reste-Box anbieten, sind unter www.restlos-geniessen.de aufgelistet.

Speisen zum reduzierten Preis abholen

In vielen Restaurants bleiben Speisen übrig, weil sich die tatsächliche Gästezahl nicht genau abschätzen lässt. Lösungen schaffen Apps wie „Too Good To Go“ oder ResQ. Restaurants und Bäckereien können diese Apps nutzen, um kurz vor Schließung übrig gebliebene Lebensmittel zu reduzierten Preisen anzubieten. Die Kunden bestellen und bezahlen die Speisen direkt über die App und holen ihre Portion dann im angegebenen Zeitfenster im Laden oder Restaurant ab. Solche und ähnliche Angebote können helfen, die Menge an Lebensmittelabfall in Restaurants und Geschäften zu verringern. Die Plattform Too Good To Go nutzen deutschlandweit 600 000 Kunden und 1 600 Restaurants. Die App war 2017 für den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung nominiert.

Grundsätzlich gilt für die Mitnahme von Speisen: Übriggebliebenes sollte möglichst schnell in den Kühlschrank und bald verzehrt werden. Wer das Essen gut durcherhitzt, beugt Keimen vor. Das ist vor allem bei leicht verderblichen Produkten wie wie Fleisch oder Fisch nötig. Nicht geeignet für die Beste-Reste-Box sind Lebensmittel mit rohem Fisch wie Sushi oder mit ungekochtem Ei wie Tiramisu oder hausgemachte Mayonnaise-Saucen. Sie sind anfällig für Bakterien wie Salmonellen.

Hunger oder Appetit?

Bei kleinem Hunger ist es am besten, direkt weniger zu bestellen. In vielen Restaurants sind kleine Portionen auf der Karte. Nachfragen lohnt in jedem Fall – so kann man unnötige Abfälle vermeiden und gleichzeitig den Geldbeutel schonen.

Reste vermeiden beim Buffet

Buffets verleiten dazu, von allen Speisen etwas auf den Teller zu häufen. Je größer der Teller, je mehr wird aufgeladen. Stattdessen lieber einen kleinen Teller nehmen und bei Bedarf mehrmals zum Buffet gehen.

Weitere Beiträge gegen Lebensmittelabfall in der Gastronomie stellt die neue Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft www.lebensmittelwertschätzen.de vor.

Quelle: Pressemitteilung der Initiative Zu gut für die Tonne!

Artikelbild unter CC-Lizenz von jbloom

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