Gewerkschaft NGG verurteilt Aufruf von Starbucks zum Streikbruch

Starbucks - NGG kritisiert Aufruf zum Streikbruch

Das Anwerben von polnischen „Aushilfen“ für den Einsatz in deutschen Starbucks-Filialen im Falle eines Streiks hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) scharf kritisiert. Der Gewerkschaft liegt demnach ein Schreiben der beiden Starbucks-Regionaldirektoren Linda Bornschier und Michael Müller sowie des Personalchefs Ingo Gugisch vor, in dem freiwillige „Partner“ mit grundlegenden deutschen Sprachkenntnissen und EU-Reisepass um „Unterstützung“ im Falle von Streiks in der Systemgastronomie gebeten werden. In Aussicht wird dafür eine Entlohnung nach dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde plus Spesen gestellt.

Guido Zeitler, Verhandlungsführer in der derzeit festgefahrenen Tarifrunde für die Systemgastronomie: „Das ist ein klarer Aufruf zum Streikbruch. Aus Profitgier versucht ein Global Player Menschen gegeneinander auszuspielen und sich unsolidarisch zu verhalten. Wir werden den Druck erhöhen.“

Tarifrunde Systemgastronomie 2017 – Starbucks gießt Öl ins Feuer

Mit dieser „Riesen-Sauerei“ gieße das Management Öl ins Feuer. Die Wut auf die Arbeitgeber werde so weiter gesteigert. „Nicht nur die bei Starbucks Beschäftigten werden noch entschlossener für ihre berechtigten Forderungen nach einer fairen Bezahlung kämpfen“, ist sich Zeitler sicher.

Nachdem der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) auch in der dritten Tarifverhandlung am 23. Januar 2017 nur ein Magerangebot vorlegte, das monatlich 5,07 Euro brutto über dem gesetzlichen Mindestlohn für die Beschäftigten in der untersten Tarifgruppe liegt, hat die Gewerkschaft NGG zu bundesweiten Aktionen und Warnstreiks aufgerufen.

„Das ‚Angebot‘ war eine Provokation. Die verantwortungsvolle und schwere Arbeit der Beschäftigten muss den Arbeitgebern mehr wert sein als ein paar Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn. Hier wird das Image einer ganzen Branche verspielt“, kritisiert Guido Zeitler und kündigt an, dass die NGG den Druck auf das Management erhöhen und ohne Ankündigung zu unterschiedlichsten Zeiten die Welle von Warnstreiks bundesweit fortsetzen werde.

Die Gewerkschaft NGG verhandelt derzeit mit dem BdS für rund 100.000 Beschäftigte in den Unternehmen McDonald’s, Burger King, Starbucks, Nordsee, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, Autogrill und weitere. Die NGG fordert eine Erhöhung der Löhne um mindestens sechs Prozent und eine überproportionale Anhebung der untersten Tarifgruppe.

Quelle: Pressemitteilung der Gewerkschaft NGG

Artikelbild unter CC-Lizenz von Marco Paköeningrat

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