Franchising: Was ist das eigentlich?

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Am 06.03.2015 berichteten wir über eine Klage auf Entschädigung von Burger King-Franchisenehmern vor dem Landgericht München. Aus diesem Artikel ergab sich unter anderem auch die Frage: Was ist eigentlich Franchising? Dieser Frage wollen wir im Folgenden auf den Grund gehen.

Begriffsursprung im mittelalterlichen Frankreich

Der Begriff Franchising kommt ursprünglich aus dem mittelalterlichen Frankreich und bezeichnete dort die Vergabe von Privilegien an Personen, die gegen eine Gebühr eine Produktion im staatlichen Interesse oder Handel mit bestimmten Gütern betrieben. Schon damals ging es also um die Vergabe von bestimmten Rechten gegen ein Entgeld.

Das heutige Franchising hatte seinen Ursprung im März 1955 mit dem wohl allen bekannten System McDonalds. Inzwischen existieren laut franchise.de weltweit 12.000 Franchise-Geber und auch in Deutschland nimmt Franchising als Vertriebsform immer weiter zu.

Aber wie funktioniert Franchising denn nun eigentlich? Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich recht simpel: Ein Franchisenehmer, der rechtlich selbstständig und eigenverantwortlich handelt, übernimmt von einem Franchisegeber gegen eine monatliche Gebühr ein am Markt etabliertes Konzept inklusive Schutzrechten, Einkaufsvorteilen usw. Während sich der Franchisenehmer auf seine Kunden und den Vertrieb vor Ort konzentieren kann, ist der Franchisegeber zuständig für die Weiterentwicklung und Vermarktung des Betriebskonzeptes. Von dieser Synergie profitieren letztlich beide Seiten. Laut dem Deutschen Franchise Verband ist die Quote von gescheiterten Franchisenehmern im Vergleich zu selbstständigen Einzelkämpfern daher auch gering.

Franchising ist Vorteil und Risiko zugleich

Ist Franchising also zunächst einmal ein Vorteil für den Franchisenehmer, da dieser eine etablierte Marke übernehmen kann und nicht bei Null anfangen muss, kann es gleichzeitig aber auch ein Risiko sein, wie man am Beispiel von Burger King zuletzt sehr gut beobachten konnte.

Der Franchisenehmer ist nicht nur abhängig von seinen eigenen Fähigkeiten, sondern auch vom Image des Franchsiegebers und damit letztlich auch von allen anderen Franchisenehmern. Gibt es, wie bei Burger King geschehen, einen Skandal bei einem der Franchisenehmer, fällt das dadurch entstehende Negativ-Image direkt auf den Franchisegeber und damit auch auf alle anderen Franchisenehmer zurück, die für den Skandal weder etwas können, noch in irgendeiner Form darin verwickelt sind.

Einer für alle, alle für einen

So hieß es zuletzt auch sehr schnell, dass bei Burger King schlechte Hygiene herrsche und nicht etwa bei der YiKo-Holding, die den Skandal ursprünglich ausgelöst hatte. Dadurch hatten auch alle anderen Franchisenehmer Umsatzeinbußen, da der Kunde von Außen oft nur die Franchise-Marke sieht, aber selten den eigentlichen Unternehmer, der hinter einer einzelnen Filiale steht. Die Fehler bei einem der Franchisenehmer haben so letztlich der gesamten Marke und auch allen anderen Franchisenehmern geschadet.

Gleichzeitig ist bei der Überlegung, ein Franchisenehmer zu werden, auch zu beachten, dass dazu teilweise sehr große Summen an Startkapital benötigt werden. Welche Franchising-Systeme es in Deutschland gibt und welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um Franchisenehmer zu werden, möchten wir in einem weiteren Artikel betrachten, den wir am 30.03.2015 veröffentlichen werden.

Quellen: franchise.de und Deutscher Franchise Verband E.V.

Artikelbild unter CC-Lizenz von blu-news.org

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