Franchising in Deutschland

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Am 18. März 2015 befassten wir uns in einem Artikel mit der Frage „Franchising: Was ist das eigentlich?“. Heute wollen wir daran anschließend verschiedene Franchising-Systeme in Deutschland vorstellen und näher analysieren, welche Vorraussetzungen man eigentlich erfüllen muss, wenn man Franchisenehmer werden möchte.

Es gibt viele verschiedene Franchising-Systeme

Zunächst kann man festhalten, dass es viele verschiedene Franchising-Systeme in Deutschland gibt, so dass eigentlich für jeden das richtige Konzept dabei ist. Ein paar der bekannteren Marken und deren Franchising-Bedingungen möchten wir im Folgenden näher betrachten.

Vapiano – Pasta | Pizza | Bar:

Vapiano wurde 2002 gegründet und bietet seit 2004 auch ein Franchising an. Derzeit gibt es 24 Franchisenehmer mit 37 Restaurants in Deutschland. Um in das Franchising einzusteigen benötigt der Franchisenehmer neben einer Einstiegsgebühr von 50.000 € eine Investitionssumme von 2 Millionen Euro, von der ca. ein Drittel Eigenkapital sein muss. Die Hälfte des Eigenkapitals muss dabei in liquiden Mitteln vorliegen. Monatlich muss der Franchisenehmer außerdem 1% des Netto-Umsatzes in Werbung investieren sowie 5 bis 7,5% des Netto-Umsatzes als Franchisegebühr zahlen.

Joey’s Pizza:

Der bekannte Pizza-Service wurde 1988 in Hamburg gegründet und ist heute der Marktführer im Bereich Pizza-Homedelivery in Deutschland mit derzeit 130 Franchise-Partnern. Mit einer Einstiegsgebühr für das Franchising von 12.500 €, einer benötigten Investitionssumme von 140.000 bis 160.000 € und einem Eigenkapitalbedarf von mindestens 30.000€ liegen die Einstiegskosten hier deutlich unter denen von Vapiano. Die Franchising-Gebühren sind mit 5,5% vom Netto-Umsatz monatlich und 1,5% vom Netto-Umsatz für Werbung allerdings sehr ähnlich.

Hallo Pizza:

Wie Joey’s ist auch Hallo Pizza im Bereich der Pizza-Lieferdienste tätig und gehört mit rund 170 Betrieben und ca. 140 Franchisenehmern ebenfalls zu den Großen. Bei einer Einstiegsgebühr von 8.000 € zzgl. MWSt. mit einer Investitionssumme von 120.000 bis 160.000 € und benötigtem Eigenkapital in Höhe von 35.000 bis 50.000 € liegen hier die Kosten ungefähr im gleichen Rahmen, wie beim Konkurrenten. Auch die Franchising-Gebühren sind bei beiden ungefähr gleich. Hallo Pizza verlangt monatlich 5% vom Netto-Umsatz und 1% vom Netto-Umsatz für Werbung.

Man braucht eine nicht unerhebliche Finanzkraft

Wie man an diesen drei Beispielen bereits erkennt, braucht ein Franchisenehmer eine größere Finanzkraft, als man vielleicht erwarten würde. Dies bestätigt sich auch beim Blick auf drei bekannte Fast-Food-Ketten in Deutschland.

Subway:

Die günstigste Variante für Franchisenehmer in diesem Bereich bietet die Sandwich-Kette Subway. Laut franchiseportal.de benötigt ein Franchisenehmer hier Eigenkapital zwischen 25.000 und 200.000 € bei einer Eintrittsgebühr in Höhe von 10.000 €, was ungefähr den Summen bei Joey’s und Hallo Pizza entspricht. Subway verlangt im Gegensatz zu den Pizza-Lieferdiensten allerdings eine monatliche Franchising-Gebühr in Höhe von 8% des Netto-Umsatzes.

Burger King:

Um bei der bekannten Burger-Kette einzusteigen benötigen Franchisenehmer laut der offiziellen Infoseite schon einiges mehr, als bei den bisher vorgestellten Systemen. So ist zum Beispiel die Rede von nachweisbaren unternehmerischen Erfolgen, betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und der Bereitschaft, das Burger King Ausbildungsprogramm zu absolvieren.

Je nach Restaurant-Typ wird eine Investitionssumme in Höhe von 500.000 bis 2,5 Millionen Euro benötigt, von denen ein neuer Franchisenehmer mindestens 40% als Eigenkapital aufbringen muss (mind. 200.000 €). Der Vertrag für das Franchising wird für 20 Jahre geschlossen und bei Vertragsabschluss wird außerdem eine Einstiegsgebühr in Höhe von 50.000 US-Dollar fällig. Zusätzlich fallen dann noch monatliche Gebühren in Höhe von jeweils 5% des Netto-Umsatzes für das Franchising und für Werbung an.

Burger sind nur für den Kunden günstig

Man sieht hier bereits, dass nicht jeder mal eben ein Burger-Restaurant eröffnen kann, wenn er sich einer der beiden großen Ketten anschließen möchte und es wird auch erst einmal richtig deutlich, welche Finanzkraft hinter der ehemaligen Yi-Ko-Holding steckt, die ja insgesamt 89 Burger King-Filialen betreibt. Und auch beim großen Konkurrenten sieht es ähnlich aus.

McDonalds:

Der wohl größte Burger-Brater ist weltweit ein Begriff und öffnete sein erstes Restaurant in Deutschland 1971. Inzwischen gibt es 235 Franchise-Partner mit über 1200 Restaurants. Und auch wer hier dazu gehören möchte muss tief in die Tasche greifen. Die Investitionssumme bewegt sich zwischen 760.000 (Eröffnung eines neuen Restaurants) und mindestens 2 Millionen Euro (Übernahme eines bestehenden Restaurants). Das notwendige Eigenkapital beträgt mindestens 500.000 € und zusätzlich gibt es noch eine Einstiegsgebühr in Höhe von 46.000 € für das Franchising. Monatlich fallen wie beim Konkurrenten Burger King jeweils 5% vom Netto-Umsatz für die Franchise-Gebühr und für Werbung an.

Burger sind also quasi nur für die Kunden günstig und weniger für den Franchise-Nehmer, der ein Restaurant eröffnen möchte. Gleichzeitig muss man aber auch erwähnen, dass die Umsätze sicherlich nicht schlecht sind und bei einem gut laufenden Restaurant auch genug für den Betreiber übrig bleibt.

Von welchen Summen man hier genau ausgehen muss, möchten wir in einem zukünftigen Artikel beleuchten, der sich dann mit den Umsatzzahlen in der Systemgastronomie in Deutschland im Jahr 2014 befassen wird.

Quellen: Deutscher Franchise Verband E.V., franchiseportal.de, Burger King

Artikelbild unter CC-Lizenz von ShashiBellamkonda

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