Dr. Oetker und das Schweigen im Walde

Dr. Oetker - Mineralöl

Am 08. Januar berichteten wir über einen möglichen Skandal bei der deutschen Traditionsmarke Dr. Oetker. Die Zeitschrift Öko-Test machte Testergebnisse publik, nach denen 14 von 26 getesteten Produkten der Marke mit Mineralöl belastet gewesen sein sollen. Was folgte, war ein vergleichsweise geringes Medienecho und auch in den sozialen Medien brach kein wirklicher Sturm über Dr. Oetker herein. So kam es, dass außer der ofiiziellen Stellungnahme im Januar und einigen Berichten in der Presse zu den Ergebnissen von Öko-Test bisher nichts weiter passiert ist.

Wird der mögliche Dr. Oetker Skandal totgeschwiegen?

Die Öffentlichkeit schweigt und auch Dr. Oetker schweigt und ist wahrscheinlich froh darüber, dass das Echo nicht heftiger war. Doch eine Frage bleibt: Wird der mögliche Skandal totgeschwiegen, in der Hoffnung, dass sich die Wogen schnell glätten und man zur Tagesordnung übergehen kann? Diese Frage zu stellen scheint mir nur berechtigt, schließlich wäre dies nicht der erste Skandal, der einfach unter dem Teppich verschwindet. Wer erinnert sich heute schon noch an Dioxin-Eier oder BSE?

Dabei muss man festhalten, dass eine Mineralöl-Belastung trotz nicht vorhandener gesetzlicher Grenzwerte sicher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, besonders wenn es um eine Traditionsmarke wie Dr. Oetker geht, deren Produkte die Kunden bisher immer in dem Wissen gekauft haben, gute Qualität zu erhalten. Allein die meisten Verbraucher, deren Gesundheit möglicherweise auf dem Spiel steht, scheint das Thema nicht großartig zu interessieren. Und genauso ist es wohl bei den meisten Herstellern.

Wirklich etwas gegen Mineralölrückstande zu unternehmen wäre kostenintensiv und derzeit existieren keine gesetzlichen Grenzwerte. Warum also aktiv werden, wenn die Verbraucher die Produkte trotzdem kaufen?

Dr. Oetker ist bei Weitem nicht der einzige Problemfall

Und Dr. Oetker ist bei Weitem nicht die einzige Marke, die Probleme mit Mineralölrückständen hat. Bereits im Oktober 2015 hatte foodwatch eine Laboranalyse veröffentlicht, nach der jedes fünfte in Deutschland getestete Lebensmittel belastet war, darunter auch Produkte der Marken Kelloggs, reis-fit und REWE. Und erst kürzlich erwischte es auch ein Produkt von Starkoch Johann Lafer. In einer Pfefferspezialität der Marke „Lafer. Lecker. Leben.“ wurde eine extrem hohe Schadstoffbelastung nachgewiesen, worauf der Hersteller das Produkt umgehend aus dem Verkauf nahm. Ebenso wie das Produkt von Johann Lafer erwischte es in einem kürzlich veröffentlichten Test von Stiftung Warentest auch etliche Olivenöle.

Man sieht also, dass Mineralölrückstände leider eher ein gängiges Problem, als die Ausnahme sind. Konsequenzen hatte dies bisher keine, auch wenn einige Politiker bereits die Einführung von Grenzwerten forderten. Man könnte nun sagen, dass die Verbraucher ja selbst dafür sorgen könnten, dass endlich etwas passiert. Die Frage ist allerdings: Was kann man wirklich guten Gewissens kaufen? Betrachtet man die bisher veröffentlichten Testergebnisse scheint es weitaus einfacher zu sein, die Produkte aufzuzählen, die nicht belastet sind, als solche, die man besser meiden sollte.

Es gibt also neben der Massentierhaltung wohl noch etliche andere Baustellen in der Lebensmittelindustrie und dabei höchstwahrscheinlich noch einige, die bisher einfach noch nicht aufgedeckt wurden und es ist meiner Meinung nach allerhöchste Zeit, dass endlich Konsequenzen gezogen werden.

Quelle: Pressemitteilungen von foodwatch

Artikelbild unter CC-Lizenz von Franklin Heijnen

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